Schottlandhopping Teil 1: Heart of Midlothian – Kilmarnock

Nachdem es zweimal nicht klappte, schaffte ich es Anfang November endlich nach Edinburgh. Dort stand auch ein Heimspiel des schottischen Tabellenführers Heart of Midlothian auf dem Programm. 

Organisation

Edinburgh flog ich etwas komplizierter an, ist von Wien aber an sich mit Jet2 günstig zu erreichen, womit ich auch im Endeffekt nach Hause flog. Die Karte bestellte ich vorab online, vor Ort bekam ich ein Papierticket ausgehändigt. Gefällt mir, einmal kein unbedeutendes E-Ticket in der Hand zu haben. Eine Studentenkarte (offiziell bin ich ja das Semester noch Student ;-)) kostet 24 Pfund.

Der Tynecastle Park

Der Tynecastle Park liegt westlich vom Stadtzentrum Edinburghs, nahe dem Murrayfield Stadium, dem größten Stadion des Landes. Bereits seit 1886 existiert der Platz, wurde aber mehrfach renoviert. Der bisherige Main Stand wurde 2017 neu eröffnet, das Stadion sieht nun von allen Seiten her sehr einheitlich aus, rund 20.000 Personen haben hier Platz. Die Stadionfront ist verglast, man sieht direkt in den VIP-Bereich hinein. Rundherum befinden sich einige Pubs, der Tynecastle Park ist mit dem Bus in gut 20 Minuten vom Hauptbahnhof Waverley aus erreichbar. Tipp: Beim Retourweg vielleicht eher eine Busstation retourgehen oder überhaupt zum Bahnhof Haymarket gehen – ich musste bei der Busstation beim Stadion aufgrund überfüllter Busse eine Ewigkeit im Regen warten.

Das Spiel

Das Spiel begann aufgrund des Remembrance Day – es jährte sich zum 100.Mal das Ende des Ersten Weltkrieges – mit einer bewegend ruhigen Schweigeminute, zu Beginn mit Dudelsack, dann totale Stille. Das Spiel hatte Österreich-Bezug: Bei den Hearts der Ex-Rapidler und -Rieder Peter Haring als Kapitän, auf Seiten der Gäste überraschend Daniel Bachmann im Tor. Haring mit einer starken ersten Hälfte, die Hearts generell kämpferisch gut unterwegs, jedoch oftmals (speziell von Haring) zu viele versuchte Kunststücke, die nicht aufgingen. Pausenstand 0-0. In Halbzeit 2 ließen die Hausherren stark nach und kassierten gar noch das 0-1. Mit dem schlechten Wetter wurde auch das Spiel der Hearts mieser, es ging überhaupt nichts mehr. Und wenn sie einmal vors Tor kamen, dann rutschten sie auf dem nassen Terrain aus. Das 0-1 war sodann auch der Endstand.

Die Stimmung

Ich bekam vorab sogar den Tipp, hier unbedingt ein Match zu besuchen – ich muss ehrlich gestehen, ich weiß nicht, wieso. Es war die ganze Zeit über ruhig, anscheinend keinerlei Heimkurve und das Niveau des Spiels war für ein Duell Erster gegen Dritter sehr schwach. Zusätzlich gibt es auf den Tribünen selbst hier anscheinend keine Getränke-/Essensstände (nur eine Art Vereinspub über die Hintertortribüne), Anzeigetafel konnte ich auch keine erspähen, das Stadion sieht von außen zudem sehr steril aus.

Fazit

Lieber die wunderschöne Stadt ansehen, als die Hearts zu besuchen. Das konnte irgendwie gar nichts. Ich hätte mir besser nebenan im Murrayfield das Rugby-Spiel Schottland-Fiji ansehen sollen. Ein enttäuschender erster Besuch in einem schottischen Stadion.