Schweizhopping Part 2: FC St. Gallen 1879 – FC Sion

Nach dem eher mäßig begeisternden Zürich-Derby verschlug es mich vor meinem Heimweg noch in die Ostschweiz, genauer genommen zum ältesten noch bestehenden Fußballclub in der Schweiz, den FC St.Gallen.

Der älteste Verein der Schweiz

Der FC St. Gallen wurde im Jahr 1879 gegründet. Damit gilt der Club als ältester, noch bestehender Club in der Schweiz und gleichzeitig auch eine der ältesten Mannschaften Kontinentaleuropas. Im Vergleich dazu: In Deutschland wurde mit BFC Germania 1888 der erste Verein gegründet, in Österreich 1894 der First Vienna Football Club.

Organisation im Vorfeld

Meine Karte kostete 51 Franken (ca. 45 Euro) auf der Haupttribüne, Schweizer Preisniveau eben, genauso teuer wie das Züricher Derby. Die Karte auf der Haupttribüne wurde vorab online bestellt und als eticket ausgedruckt. Die Verkehrsmittel am Matchtag sind mit der Matchkarte kostenlos benutzbar.

Das Stadion: Der Kybunpark

Der Kybunpark ist das höchstgelegene Stadion der Schweiz und seit 2008 Heimstätte des FCST. Zu Beginn hieß das Stadion noch AFG-Arena und war damit das erste Stadion in der Schweiz, welches einen Sponsor im Namen hatte. Das Stadion fasst insgesamt rund 20.000 Plätze, kostete rund 60 Millionen Franken, inklusive dem unter den Tribünen situierten Einkaufszentrum allerdings rund 340 Millionen. Von außen sieht es auch ein wenig wie ein Bürogebäude aus, von innen durch die grünen Elemente wie eine kleinere Version des Wiener Weststadions. Das Stadion erreicht man relativ rasch vom Stadtzentrum aus per Bahn und Bus.

Das Spiel

St. Gallen war überraschend gut mit einem Auswärtssieg in Basel gestartet, auch Sion konnte in Runde 1 drei Punkte mitnehmen. Drei Tage zuvor gewann man das Heimspiel in der Europa League gegen Sarpsborg, wo anscheinend einiges mit den Gastroständen schief lief. Als Dankeschön gab es gleich einmal ein Gratis-Getränk für alle Stadiongäste, netter Service. Ebenso gefielen die angebrachten Ständer mit den Spieltagprogrammen im Kleinformat, könnte man durchaus auch anderswo übernehmen. An diesem Tag funktionierten hingegen die Drehkreuze nicht, weshalb ein Einlass für einige Zeit nicht möglich war.

Das Spiel selbst verlief trotz der hohen Temperaturen äußerst interessant, daneben auch gute Stimmung von den Rängen incl. schönem Intro der Hausherren. Mit Peter Zeidler und Maurizio Jacobacci saßen außerdem zwei Trainer mit Österreich-Vergangenheit auf der Bank. Beim FC Sion zeigte sich rasch die Konterstärke, eine 2:0-Pausenführung für die Gäste war die Folge. St. Gallen spielte zwar brav mit, konnte aber das Tempo von Sion großteils nicht mitgehen. Am Ende hieß es 2:4 für die Gäste, ein verdienter Sieg, abwechslungsreiches Spiel auf hohem Tempo, um einiges besser als das Züricher Derby am Tag zuvor.

Fazit

St. Gallen kann man definitiv besuchen. Schöne Vereinsfarben, ein nettes Stadion, gute Stimmung in schöner Lage. Wer in der Schweiz was Gutes sehen möchte, kann definitiv den Weg zum grenznahen St.Gallen wagen.

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