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Vermisstenmeldung: Motivation dringend gesucht!

Vermutlich kennt es jede/r: Man ist kurz davor, etwas abzuschließen und es fehlt trotz allem – unverständlicherweise – der letzte Motivationsschub.

Prüfungssituation als Angstfaktor

Oftmals stehen solche fehlenden Motivationsschübe in Verbindung mit Prüfungssituationen. Ich sitze gerade vor meinem Magisterarbeitskonzept, der – wenn es gut geht – letzte große Schritt vor meiner Magisterarbeit und -Prüfung. Obwohl es gleichzeitig das spannendste Thema ist, mit dem ich mich seit Beginn meines Studiums beschäftige, so fehlt mir aktuell doch ein wenig die Motivation. Nicht, dass ich bei anderen Seminararbeiten nicht dahinter war (ganz im Gegenteil – bis dato alle mit Note Sehr Gut beurteilt), aber die Magisterarbeit mit einem selbst ausgewählten Thema ist dann doch noch einmal eine Stufe höher angesiedelt, die Krönung von intensiven Jahren.

 

Blogbeitrag statt Konzept schreiben

Eigentlich wollte ich mit Stand heute bereits mein Konzept finalisiert haben. Und nun sitze ich an einem Blogbeitrag. Nach der Arbeit freut es mich meist nicht mehr, daran zu Arbeiten, besonders bei den Temperaturen. Sehr weit bin  ich noch nicht gekommen, vielleicht schwirrt auch eine eher misslungene Präsentation Ende Juni zu dieser Thematik zu sehr im Kopf herum. Es scheiterte ein wenig am theoretischen Konstrukt. Ich muss zugeben, dass ich gerade ein wenig anstehe, zwei Wochen habe ich noch Zeit. Geht sich an sich alles aus, ist sich immer irgendwie ausgegangen, aber heute sollte ich wirklich einmal weiterkommen. Ich habe zugegeben schlichtweg in meinem Tun schon zu weit gedacht, das Konzept selbst aber im Detail noch nicht so ausgefeilt, wie es sein sollte. Sämtliche Unternehmungsvorschläge lehne ich ab, es ist ja Wochenende und da muss ich einmal etwas weiterbringen.

 

Differenzen in der Seminarstruktur

Auch dürften wissenschaftliche Anforderungen auf der Universität sehr variieren. Das meine ich gar nicht im negativen Sinn, mir kommt es aber erst jetzt so wirklich vor, als würde ich „richtig“ wissenschaftlich forschen. Abgesehen von der Methodik hatte ich nie ein so durchgeplantes Seminar wie mein Magisterseminar. Ebenso kam mir selten eine derartige Begegnung auf Augenhöhe unter, vielleicht ist es doch auch der steigende Status, den Abschluss kurz vor Augen.

Einzel- vs. Gruppenarbeit, Job vs. Uni

Auffällig ist allerdings, dass diese Motivationsprobleme nur bestehen, wenn sie mich alleine betreffen. In meinem Beruf oder bei Gruppenarbeiten kann ich das bei mir nicht erkennen, was mir auch regelmäßig bestätigt wurde und wird. Mein Job wird auch immer weit im Vordergrund stehen, meinen Hobbyberuf als Schreiberling bei Forza Rapid musste ich aus Zeitgründen zwischenzeitlich leider zumindest vorübergehend aufgeben. Man muss eben Präferenzen setzen, auch der Körper setzt da von Zeit zu Zeit Alarmsignale.

Dieses Motivationsproblem ist aber kein Novum für mich. In der Schule hatte ich die Ehre, zwei Ehrenrunden zu drehen, weil es mir dort so gut gefiel (…). Selbst zur Matura konnte ich nicht diese letzte Motivation aufbringen, ging relativ unwissend und spekulierend in die mündliche Matura, inclusive Spanisch-Nachzipf, den ich mir durch eine negative schriftliche Matura aufgebürdet habe. Der Titelkampf in der Bundesliga (und viele andere Dinge) war aber dennoch weit interessanter, der Kopf schon in der Türkei auf der Maturareise. Damals ging alles gut, mündlich wurde alles souverän gemeistert und ungläubig verließ ich nach sieben Jahren zum letzten Mal dieses Schulhaus. Es fällt mir heute noch schwer, daran vorbeizugehen. Zu große Narben sind hinterblieben.

 

Ablenkungsfaktoren, die sonst nie auftauchen

Das Eigenartige – und das ist es, worauf ich hinausmöchte – ist, was einem alles einfällt, um nur ja nicht an seinen eigentlichen Plänen zu arbeiten. Gestern saß ich an einer detaillierten Reiseplanung, die noch weit in der Zukunft liegt. Danach etwas online recherchiert, dazu passende YouTube-Videos gefunden. Am Abend so aufwändig gekocht, wie seit Monaten nicht.

 

Irgendwie geht’s immer – hoffentlich

Nun ist es aber an der Zeit, etwas zu tun. Irgendwie gehts ja am Ende immer. Schließlich möchte ich mit März 2018 mein Studium abschließen und viel fehlt ja verhältnismäßig wirklich nicht mehr. Mein Kopf widmet sich endgültig dem Magisterarbeitskonzept – würde da nicht um 16:00 Uhr Rapid im ÖFB-Cup spielen. Nein, dem inneren Schweinehund wird nun endgültig der Kampf angesagt. Irgendwann werde ich mir hoffentlich selbst danken. Und meine Bücher hoffentlich auch.

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